Home
Home
 
               
Einführung
NEWS
Wie alles begann
Interessante Bücher
Interessante Links

Mein Austauschjahr Alles über ...

Mein erster Kontakt nach Amerika
In den Herbstferien 1999 hatte ich die Idee, dass ich gern eine Brieffreundin aus England oder Amerika hätte. Von meiner Schule, einem Gymnasium in Norddeutschland, wusste ich, dass sie schon mal versucht hatten, mit einer Schule in England Kontakt aufzunehmen. Diese sollte in der Grafschaft „Canterbury“ liegen. Weitere Angaben hatte ich nicht. Also versuchte ich mein Glück über das Internet. Meine Mutter und ich gaben als Suchwort „Canterbury“ ein und starteten die Suche. Es gab viele Suchergebnisse, in denen das Wort „Canterbury“ drin vorkam und wir suchten uns drei Schulen aus: Eine lag in England und zwei in Amerika. Davon lag eine im Staat Florida und eine im Staat Indiana. Wir schickten an alle drei Schulen eine E-Mail, mit der Bitte, diese an Schüler weiterzugeben, die Interesse an einer Brieffreundschaft mit Deutschland hätten. Schon nach ein paar Tagen, am 26.10.1999 bekam ich eine Antwort aus Amerika: Es meldete sich eine Mrs. A.B., Lehrerin an einer Schule in Fort Wayne im Staat Indiana. Sie teilte mir mit, dass sie meine E-Mail an einige interessierte Schüler weitergegeben hätte und ich bestimmt bald Antwort bekäme. Tatsächlich, am nächsten Tag, den 27.10.1999 bekam ich eine E-Mail von Andrea aus Fort Wayne.
 
Meine Freundin Andrea aus Fort Wayne
Wir verstanden uns sofort super, hatten viele gemeinsame Interessen und waren fast gleich alt, nur 3 Tage auseinander. Die E-Mails liefen mehrmals die Woche durchs Netz. Am 06.11.1999 bekam ich auch noch eine E-Mail von Kim, auch aus Fort Wayne. Aber Kim war so beschäftigt mit der Schule und anderen Sachen, dass sie es nur 2 mal schaffte in nicht ganz 2 Jahren zu schreiben. Das war mir natürlich viel zu wenig, denn ich wollte ja meine Englischkenntnisse erproben und erweitern. Zu Weihnachten 1999 wanderten auch schon die ersten Weihnachtspäckchen über den „großen Teich“, wobei wir beide versuchten, dem anderen etwas zu schicken, was er nicht kannte. Das gleiche wiederholte sich auch im Jahre 2000 zu Ostern, den Geburtstagen, zu Nikolaus (in Amerika gibt es keinen Nikolaus, deshalb überraschte ich sie mit einem Nikolausgeschenk und einem selbstgemachten Adventskalender) und zu Weihnachten. Im gleichen Jahr nahmen auch unsere Eltern miteinander Kontakt auf, wodurch noch mehr E-Mails durchs Netz liefen. Natürlich wurden die Weihnachtspäckchen auf die ganze Familie erweitert, wobei meine drei Geschwister nur eine Kleinigkeit aus Amerika bekamen. Andrea selber ist Einzelkind.
Im Frühjahr 2001 hatte ich dann die Idee. Ich fragte Andrea, ob ich sie im Sommer mal besuchen kommen könnte. Auch Andrea fand die Idee super und fragte gleich ihre Eltern. Diese waren einverstanden. Es wurde nur etwas kompliziert, einen Termin zu finden, an dem wir beide konnten. In Andrea´s Schule fingen die Sommerferien schon Anfang Juni an. Wie es in Amerika üblich ist, ging sie dann gleich ins Camp. Es war aber nur ein „Tagescamp“, d.h. sie kam nachts immer nach Hause. Als wir am 19.07.2001 endlich Sommerferien bekamen, fuhr ich mit meiner Mutter und meinen Geschwistern erst mal zur Kur, von der wir am 10.08.2001 wiederkommen sollten und am 12.08.2001 sollte meine „Reise ins Ungewisse“ endlich beginnen, die leider nur 1 Woche dauern konnte, weil Andrea dann zur High-School kommen sollte und ihre Eltern vorher noch einiges mit ihr zu erledigen hatten. Um mir das Flugticket leisten zu können, wünschte ich mir zum Geburtstag nur Geld, sparte mein ganzes Taschengeld, verdiente mir etwas mit Babysitting und Prospekte austeilen dazu und meine Oma kaufte mir meines kleines Pony für meine Schwester ab. Während wir zur Kur waren, holte mein Vater das Flugticket aus dem Reisebüro ab. Als wir dann am 10.08.2001 endlich nach Hause kamen und ich mein Flugticket fand, wurde ich richtig nervös und bekam auch etwas Angst vor dem Fliegen, denn ich bin noch nie zuvor geflogen. Aber erst mussten ja meine Klamotten gewaschen und die Koffer umgepackt werden. Außerdem musste ich noch Gastgeschenke besorgen. Mir blieb ja nur der 11.08. um all diese Dinge zu erledigen. Ich war also erst mal abgelenkt. Aber Abends wurde ich wieder nervös und bekam wirklich Angst, so dass meine Mutter schon überlegte, ob es richtig war, mir diese Reise überhaupt zu erlauben. Überhaupt meldeten sich plötzlich Menschen zu Wort, die das doch gar nichts anging und die meinten, es wäre verantwortungslos von meinen Eltern, mich dorthin fliegen zu lassen, ohne etwas über die Familie zu wissen. Tatsächlich wussten wir sehr viel voneinander und Andrea´s Eltern hatten meinen Eltern versichert, pünktlich am Flughafen in Chicago zu sein, um mich abzuholen. Und wirklich, sie fuhren viele Stunden zu früh los. Meine Eltern konnten also beruhigt sein. Es war wirklich alles gut organisiert.
  
Meine Reise nach Fort Wayne
Am 12.08. standen meine Mutter und ich schon morgens um drei Uhr auf, weil wir uns gegen vier auf den Weg zum Flughafen machen wollten, denn mein Flug nach Frankfurt sollte um 06.35 Uhr losgehen. Von dort sollte ich um 08.35 Uhr weiterfliegen nach Chicago, wo ich um 14.45 Uhr amerikanischer Zeit an kommen sollte. Die Zeitverschiebung nach Indiana beträgt nach Winterzeit -6 Stunden, nach Sommerzeit -7 Stunden. Als wir dann in Hamburg auf den Flughafen ankamen, überwältigte mich doch wieder die Angst vorm Fliegen, vor dem Ungewissen und überhaupt bekam ich Panik, ich könnte schon in Frankfurt beim Umsteigen versagen. Während wir dann in der Abfertigung standen und uns überlegten was wohl die Zöllner zu meinen Gastgeschenken (ich hatte Bücher, Schokolade, Schwarzbrot, Grünkohl, Sauerkraut sowie Brat- und Kochwürste eingepackt, weil ich gehört hatte, dass es so was dort nicht gibt.) im Koffer sagen würden, wurden hinter uns auch Späße darüber gemacht, ob die Zöllner die Bierflaschen für Bomben halten würden. Oh, dachte meine Mutter, da fliegt ja noch jemand nach Amerika und sprach die Leute hinter uns auch gleich an. Es handelte sich dabei um einen sehr netten jungen Mann (aber ein bisschen zu alt für mich) mit seinen Eltern, die ihn zum Flughafen brachten. Fabian, so hieß er, war auch sogleich bereit mir zu helfen. Später stellte sich heraus, dass Fabian Lehrer werden möchte. Während er sich von seinen Eltern verabschiedete, ging ich mit meiner Mutter schon zum Gate. Dort liefen mir dann plötzlich wieder die Tränen, aber Fabian, der auch inzwischen angekommen war, tröstete mich gleich und erzählte, dass es ihm auch nicht anders gegangen war, als er das 1. mal in die USA geflogen ist. Nun verabschiedete ich mich von meiner Mutter und ging mit Fabian ins Flugzeug, das auch pünktlich startete. Während meine Mutter wieder nach Hause fuhr, flogen wir nach Frankfurt. Wir waren schon dort gelandet und ich schickte meiner Mutter eine SMS, da war sie noch nicht mal zu Hause, obwohl wir nur rund 100 – 110 km vom Flughafen entfernt wohnen. Nur dank der Hilfe von Fabian fand ich meinen Anschlussflug nach Chicago, so kompliziert ist es in Frankfurt gewesen. Meine Angst war nicht ganz unbegründet gewesen. Der Flughafen in Chicago war noch größer als der in Frankfurt und ich war froh, dass ich mich nur der Menge anschließen musste. Als ich dann endlich mein Gepäck hatte (meine Koffer wurden nicht aufgebrochen um die „verbotenen“ Dinge rauszuholen), ging ich zum Ausgang, wo ich auch schon erwartet wurde. Nach der üblichen Begrüßung, rief ich dann per R-Gespräch erst mal meine Eltern an. Mein Vater, der gegen meine Reise war, aber nicht viel zu sagen hatte, lief zu Hause schon Amok, weil ich eine halbe Stunde später als erwartet anrief. Das lag aber nur daran, dass der Flughafen ziemlich groß ist und sich auch dementsprechend viele Leute aufhalten. Durch die etlichen Kontrollen dauert es dann noch länger. Nach meinem Gespräch und ein paar neuen Tränen konnten wir dann endlich losfahren. Als wir dann in der Innenstadt von Chicago angekommen waren, mussten wir uns erst mal auf die Suche nach einem Parkplatz machen, was wirklich schwer war. Nachdem wir endlich einen gefunden hatten, fuhren wir mit einem „Trolly“ (das sind kleine Busse, die aussehen wie Straßenbahnen und umsonst sind) zum „Navy Pier“. Mich erinnerte das alles an eine Art Jahrmarkt, aber dort war das ein ganz normaler Sonntag. Nachdem ich meine ersten amerikanischen Dollar ausgegeben und wir was gegessen hatten, fuhren wir dann nach Hause. Auf dem Rückweg schlief ich dann erst mal, denn es war ein wirklich anstrengender Tag, auch wenn es sich nicht so anhört. Hinzu kommt ja auch noch, das mein Tag 7 Stunden länger war. Als wir dann ankamen, ging es erst mal ans Koffer auspacken und Geschenke verteilen. An diesem Abend fiel ich ins Bett und war innerhalb von Minuten eingeschlafen. Am nächsten Tag hab ich dann erst mal ausgeschlafen, oder besser gesagt, ich hab gar nicht mitbekommen, wie spät es schon ist. Als ich dann aufgestanden bin, ging ich erst mal in die Küche um zu frühstücken. Aber als ich dann sah, was da auf dem Tisch stand, hatte ich plötzlich keinen Hunger mehr. Dort standen Doughnuts, Kuchen, Beagles usw. So sieht ein Frühstück in Amerika aus und auf so viel Süßes am Morgen hatte ich absolut keine Lust. Gegen Mittag fuhr uns Andrea´s Dad in die Stadt, wo wir eine ihrer Freundinnen trafen und shoppen gingen. Zu Mittag aßen wir natürlich in der Stadt, was wir auch an den darauf folgenden Tagen taten. Denn die meisten Amerikaner haben keine Lust selber zu kochen und gehen deshalb so oft wie möglich essen. Den Rest der Woche verbrachten wir im Zoo, oder auf der Rollschuhbahn oder in der „Mall“ zum einkaufen. Was mir besonders auffiel war, dass die Amerikaner sehr freundlich sind. Morgens war Andrea immer zum „Volleyball practice“ (Volleyballtraining). Meistens hab ich sie dann mit ihrem Vater abgeholt, damit sie mir die Schule zeigen und ihre Lehrer, die trotz der Ferien in der Schule waren, vorstellen konnte. 
 
  Fortsetzung folgt !

 

Seitenanfang

Home Was muss man wissen